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"Nur Ämter, die auf ungesetzlichem Wege erworben werden, und Machtbefugnisse, die man sich unrechtmäßig anmaßt, bringen einem Freistaat Schaden, und nicht solche, die man auf gesetzlichem Wege erhält. Man sieht dies am Beispiel Roms. Hier brachten lange Zeit hindurch die Diktatoren dem Staat nur Nutzen."
 
Niccolo Machiavelli
in: Discorsi

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Niccolo Machiavelli. Seine Schriften erfuhren eine Reihe von Deutungen, die von der reinen Lehre der Technik der Macht bis zum Aufruf zur Befreiung und Einigung Italiens reichten. Er entdeckte im Prinzip der Staatsräson das Grundgesetz der modernen europäischen Staatenwelt. Ausgehend von einem pessimistischen Menschenbild, ordnete er die menschliche Bosheit der Ratio der Macht unter und konstruierte seine Ethik der notwendigen Unterscheidung zwischen der Forderung der politischen Verantwortung und der persönlichen Gesinnung. Machiavellis Wirkungsgeschichte, die vor allem von den zentralen Kapiteln des "Principe" ausging, lag mehr in seiner Lehre von Täuschung und Verrat als von Grausamkeit. Die Auseinandersetzungen um Machiavelli begleiten die ganze moderne Geschichte.

Aus den Schriften
Von Solchen, die durch Freveltaten zum Fürstentum gekommen sind (Niccolo Machiavelli, Der Fürst, 8. Kapitel)
Deshalb ist wohl zu merken: daß bei der Ergreifung eines Staates der Okkupant desselben alle Unbilden, die er zu verüben genötigt ist, auf Einen Zug durchführen und verüben muß, um sie nicht täglich erneuern zu dürfen, und um, indem er die Wiederholung vermeidet, die Menschen getrost, und sich durch Gutestun geneigt zu machen.
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Von der Grausamkeit und Milde, und ob es besser ist, geliebt, oder gefürchtet zu werden (Niccolo Machiavelli, Der Fürst, 17. Kapitel)
Es darf daher ein Fürst um den Namen des Grausamen sich nicht kümmern, wenn er seine Untertanen einig und treu erhalten will; denn, mit Statuierung sehr weniger Exempel, wird er gütiger sein, als Jene, die aus zu großer Güte die Unordnungen einreißen lassen, aus denen Mord und Raub entspringt.
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Daß man vermeiden muß, geringgeschätzt und gehaßt zu werden (Niccolo Machiavelli, Der Fürst, 19. Kapitel)
Daher ist zu merken: daß man sowohl mit guten als mit bösen Werken sich Haß verdient, und ist deshalb, wie ich oben sagte, ein Fürst, der den Staat behaupten will, öfters gezwungen, nicht gut zu sein; weil, wenn die Mehrheit, sei es das Volk, Soldaten oder Große, die du zu deiner Behauptung dir notwendig glaubst, verdorben ist, du deren Launen huldigen und sie befriedigen mußt; und dann sind dir die guten Werke feindlich.
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Wie sich ein Fürst benehmen muß, um sich Ansehen zu verschaffen (Niccolo Machiavelli, Der Fürst, 21. Kapitel)
Er muß überdies in den schicklichen Zeiten des Jahres das Volk mit Festen und Schauspielen beschäftigen, und, da jede Stadt entweder in Zünfte oder in Stämme eingeteilt ist, muß er um diese Korporationen sich kümmern, sich zu ihnen bisweilen gesellen, mit einem Beispiel der Milde und Reichlichkeit vorgehen, immer jedoch dabei die Majestät seiner Würde fest aufrecht halten, weil dieses nie in keinem Falle versäumt werden darf.
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