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Gedanken

Alle Grausamkeiten müssen auf einen Schlag verübt werden

Beim Raub eines Staates muß der Eroberer alle Schandtaten überdenken, die er notwendig verüben muß, und sie auf einen Schlag erledigen, um sie nicht jeden Tag wiederholen zu müssen. (Der Fürst, 8. Kapitel)

Wer Großes erreichen will, muß andere hintergehen

Xenophon weist in seinem Leben des Cyrus auf die Notwendigkeit hin, andere zu täuschen, das der erste Feldzug des Cyrus gegen den König von Armenien mit aller Tücke geführt wurde und Cyrus mit List und nicht mit Gewalt sein Reich eroberte; er folgert nichts anderes daraus, als daß ein Herrscher, der Großes erreichen will, lernen muß, andere zu hintergehen. (Discorsi, 2. Buch, 13. Kapitel)

Man soll sich aller Drohungen und Beleidigungen enthalten

Ich halte es für einen der größten Beweise menschlicher Klugheit, sich in seinen Worten jeglicher Drohung und Beleidigung zu enthalten. Weder das eine noch das andere schwächt den Feind; vielmehr machen ihn Drohungen nur vorsichtiger, und Beleidigungen steigern seinen Haß gegen dich und spornen ihn an, nachhaltiger auf dein Verderben zu sinnen. (Discorsi, 2. Buch, 26. Kapitel)

Nur wer mit der Zeit geht, wird auf Dauer Glück haben

Ich habe oft gefunden, daß die Ursache des Glücks oder Unglücks der Menschen in der Art der Anpassung ihrer Handlungsweise an die Zeitverhältnisse liegt. Sie gehen bei ihren Handlungen teils ungestüm, teils zögernd und vorsichtig zu Werke. Da man aber den rechten Weg nie einhalten kann und infolgedessen bei beiden Methoden die gehörige Grenze überschritten wird, macht man bei beiden Fehler. Der aber wird weniger Fehler machen und mehr Glück haben, der, wie ich oben gesagt habe, seine Handlungsweise mit den Zeitverhältnissen in Einklang bringt. (Discorsi, 3. Buch, 9. Kapitel)